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Jahresrad

Menschen früherer Kulturen haben den Himmel und die Bewegungen von Sonne, Mond und Sternen beobachtet, um sich in der Zeit und im Raum zu orten. Sonne und Mond, deren Auf-und Untergänge, Licht und Dunkel waren ihre Anhaltspunkte, um die Jahreszeiten, die Tageszeiten und die Rhythmen der Natur zu erkennen. Aus dieser Zeit stammt der Kreis mit dem Kreuz, das zu den ältesten universellen Symbolen gehört und den Menschen vieler Kulturen bekannt war und ist. Der Kreis stellt die Ganzheit, die Erde dar und das Kreuz darin die Verlaufsphasen der Sonne, die Verbindung von hell und dunkel, die Vereinigung der Kräfte aller vier Himmelsrichtungen. Mit dem sesshaft Werden und dem Bearbeiten der Erde, begann der Vegetationszyklus der Pflanzen das Leben ebenso mitzubestimmen wie der Sonnen- und Mondzyklus. So entstand ein in acht Segmente unterteiltes Sonnen- und Vegetations-Jahresrad. Dieses Modell des Jahresrades lässt bis heute seine bäuerlichen Wurzeln erkennen, denn sein Kern ist die Symbolik von Saat und Ernte. Seine Einteilung ist bestimmt durch die vier markanten Sonnenfeste: Winter- und Sommersonnenwende sowie Herbst- und Frühlings-Tagundnachtgleiche und die vier Mondfeste: 1. Februar (Imbolc / Lichtmess), 1. Mai (Beltane / Walpurgis), 1. August (Lammas / Schnitterin / Kräuterweihe) und 1. November (Samhain / Allerseelen).


Die acht Feste des Jahresrades


Allerseelen / Samhain

Der 1. November, Samhain oder halloween (keltisch=heilige Schwester) ist das dritte Erntefest. Alle Tiere, die man nicht zum Züchten oder Arbeiten brauchte wurden nun in den Tod begleitet. Für die Kelten begann an Samhain das neue Jahr. Zum Jahresbeginn wurde eine grosse Opferzeremonie abgehalten. Alle Herdfeuer wurden gelöscht und erst nach Abbrennen der Opferfeuer wieder neu entzündet. Samhain ist auch das Fest der Ahnen. Die Pforten der Hier- und der Anderswelt sind offen und die Lehren und die Weisheit der Verstorbenen können für uns zugänglich werden. Wunderbar hat sich diese ganze Kraft in unserem Allerheiligen und/oder Allerseelen erhalten. Der Tod im Verständnis der naturverbundenen Völker bedeutet jedoch nicht nur das Ende, sondern auch Transformation und Erneuerung. Samhain fordert uns auf sich einzulassen auf das Dunkle in und um uns. Das Element ist die Erde, die Farbe schwarz, die Energie tief, still und zentriert.


Wintersonnenwende / Yule

Die Wintersonnenwende bezeichnet die längste Nacht und den kürzesten Tag im Jahr. Immer schon feierten die Menschen die Wintersonnenwende, als ein wichtiges Fest. Die Germanen begingen traditionell das mittwinterliche Opferfest Yule mit Feiern und festlichen Gelagen. Es ist das Fest der Geburt des Lichtes, die Zeit der Wiedergeburt. Wir feiern dieses Fest heute als Geburtsfest von Jesus, Buddha oder Dionysos, je nach dem welcher Religion wir angehören. Es ist ein symbolisches Datum, das die lebenserhaltende Kraft betont. Der Jahreslauf beginnt nach dem dunkelsten Tag von neuem. Die Zeit der Sonneneinstrahlung nimmt wieder zu. Als Fest im Jahreskreis beinhaltet die Wintersonnenwende zwei Aspekte: die Suche nach der tieferen Bedeutung dieser dunklen Zeit und das Feiern des wiederkehrenden Lichtes. Das Element ist die Erde, die Farben können hell und dunkel sein, die Energie kommt aus der Stille, Beginn und Geburt.


Lichtmess / Imbolc

Der 1. Februar ist das Fest des wachsenden Lichtes. Das Fest zur Feier des Winterendes. Hier begann für die Kelten der Frühling und sie entzündeten grosse Feuer. Die Schutzgöttin dieses Festes war Brigid. In ihrer sich wandelnden Gestalt erkennen wir die Bride, die dreifaltige Göttin, die sich an diesem Tag von der dunklen Hag, der Hüterin der Unterwelt zur hellen, heilenden Sonnengöttin wandelt. In der christlichen Religion hat die heilige Brigitte diese Aufgabe übernommen. Noch heute feiern wir Maria-Lichtmess und weihen in Kirchen die Kerzen oder wecken mit unseren Rasseln die Kräfte der Natur an der Fasnacht. Imbolc ist das Fest des Neubeginns, der Reinigung, der geistigen Wiedergeburt. Das Element ist die Luft, die Farben sind hell und weiss, die Energie ist fein und erweckend.


Frühlings-Tagundnachtgleiche / Ostara

An diesem Sonnenaufgangspunkt werden die Tage länger, triumphiert der Tag über die Nacht. Die Germanen widmeten dieses Fest Thor, dem Gott des Lichtes und der Kraft und Freya, der Göttin der Fruchtbarkeit und Kreativität. Heute nennen wir dieses Fest auch Ostara, als Sinnbild für den Frühlingsanfang und den Neubeginn. Es ist die Zeit des Aufbruchs, der Initiation, des sichtbar beginnenden Wachstums und der Zielgerichtetheit. Wir tanken neue Kraft nach der dunklen Jahreszeit und stärken uns durch die Kräfte von Himmel und Erde. Das Element ist die Luft, die Farben sind hell, grün und gelb, die Energie erfrischend und erhellend.


Walpurgis / Beltane

Der 1. Mai ist das Fest des Feuers, des Tanzes, der Kraft und der Fruchtbarkeit. Bei den Kelten war Beltane ein wichtiges Fest. Es war geprägt von der Versammlung und den Ritualen der Druiden. Die Menschen trafen sich um Feuerrituale zu begehen.

Sie entzündeten mit Eichenholzstäben, die sie aneinander schlugen, grosse Feuer und sprangen darüber und durch den Rauch, um sich für den kommenden Sommer zu reinigen. Alle Herdfeuer wurden gelöscht und mit der Glut der Beltanefeuer wieder neu entzündet. Im Mittelalter und darüber hinaus wurde von der Versammlung der Hexen in der Walpurgisnacht gesprochen. Die Hexenkraft gilt als Kraft der weisen Frauen, der Kräuter- und Heilkundigen. Zusätzliche Symbole wie die Maibäume und die Birken vor der Haustür, lassen erkennen, dass alle diese Feiern der vollen Entfaltung des Lebens der Natur, eine alte Tradition hat. Beltane erinnert uns an unser Herzfeuer, an unsere Kraft und Lebensenergie. Das Element ist das Feuer, die Farbe rot, die Energie intensiv und heftig.


Sommersonnenwende / Litha

Die Sommersonnenwende, Litha, ist das Fest des höchsten Sonnenstandes. An diesem Tag wurden auf den höchsten Punkten der Umgebung grosse Freudenfeuer angezündet. Die Menschen ehrten die Sonne, sie dankten dem Gott des Lichts Thor und dem Feuergott Balder. Litha die keltische Mondgöttin, die mit ihrer erotischen Kraft den Weltengang im Gleichgewicht erhält, wurde ebenfalls geehrt. Die Sonne aber ist nur ein Aspekt dieses Festes. Ein weiterer ist das Innehalten, das Gewahrwerden, dass der Jahresrhythmus sich umkehrt, dass die zunehmende Zeit der Sonneneinstrahlung beendet ist, den Kreislauf von Werden und Vergehen. Der dritte Aspekt ist die Fülle, der Prozess des Reifens und die Umwandlung der Blüten in Früchte. Die Sommersonnenwende lädt uns ein aufrecht zu stehen der Sonne entgegen und nochmals richtig aufzutanken für den Wechsel in die zweite Jahreshälfte. Das Element ist das Feuer, die Farben rot und golden, die Energie intensiv und ruhig.


Schnitterin / Lammas (Kräuterweihe)

Der 1. August ist das erste der drei Erntefeste. Es ist das Fest des Kornschnittes, das Fest der Schnitterin. Die Kelten weihten das Fest dem Gott Lugh, weshalb es ursprünglich auch Lughnassadh hiess. Es war ein Fest der Spiele und des Zusammenseins. Es wurden Kräuter geweiht, das erste Brot vom neuen Korn gebacken und Ährenkränze gewunden um die Ernte zu segnen. An Lughnassadh können wir dem Bild des Kornes das geschnitten wird, dem Vorgang des Erntens in seiner tiefen Bedeutung Zeit und Nachdenken widmen. Wir werden uns der Lebensthemen des Danken, des Hin(ein)nehmen und Umwandeln bewusst. Manches Mal ist es auch Zeit etwas abzuschneiden, was nicht mehr zu uns gehört oder uns Kraft entzieht. Das Element ist das Wasser, die Farben blau und golden, die Energie fliessend und melancholisch.


Herbst-Tagundnachtgleiche / Mabon 

Mabon ist das zweite Erntefest, die Zeit der Frühernte. In den Mythologien ist dies die Zeit, wo die Seelen den Styx, den Fluss, der in die andere Welt führt, überqueren. Die Nächte werden länger als der Tag. Dieses Fest hat einen doppelten Aspekt. Einmal feiern wir den Dank an den Sommer, an die Fülle und die Ernte. Zum anderen ist dies die Zeit des Übergangs, des Loslassen, des Abschiednehmen und das Annehmen von beidem, Dunkel und Licht in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens. Das Element ist das Wasser, die Farbe blau, die Energie sammelnd, weich, hingebend, ruhig.

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